Ausgezeichnet, unsere Umzüge

01.03.2006 - "Frankfurter Neue Presse"

Erik Sander (r.), Leiter der Fleckenbühler Umzüge, freut sich über das Zertifikat, das Frank Graichen von der DQS überreicht
GESCHAFFT - ein großer Objektumzug bei T-Systems in Frankfurt am Main
In ganz Deutschland und Europa bieten die Fleckenbühler Umzüge und Transporte ihre Dienstleistungen an
Für schwere Lasten wie Klaviere oder Flügel wird ein Schrägaufzug eingesetzt
Dienstleistungsservice der Suchthilfe Frankfurt erhält Zertifikat für gute Arbeit

Niederrad. «Guter Preis und klasse Service», so der O-Ton eines zufriedenen Kunden. «Wir haben bisher drei Umzüge gemacht – dieser war der problemloseste!» Nämlich der mit dem Zweckbetrieb Umzüge und Transporte der Suchthilfe Frankfurt. Und das bekamen die Fleckenbühler Umzüge und Transporte gestern schriftlich.

Ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitäts-Managementsystemen (DQS) bestätigt den ehemaligen Drogenabhängigen nun ihre hervorragende Arbeit. Schon 2002 bekam die Suchthilfe Fleckenbühl eine solche Auszeichnung. Das Zertifikat nach DIN EN ISO 9001:2000 wurde im Dezember 2004 um den Standort Niederrad erweitert. Das Zertifikat wird für drei Jahre verliehen. Bei der erneuten Qualitätskontrolle im Januar 2006 wurde nun neben den beiden Standorten der Zweckbetrieb Transporte mit einbezogen. Gestern Vormittag überreichte Frank Graichen, Begutachter von der DQS, die Auszeichnung an Erik Sander, Leiter des Umzugs- und Transportservices.

21 Mitarbeiter sind momentan am Hof Fleckenbühl in Cölbe-Schönstadt und in der Dependance in Niederrad in den Abteilungen Umzüge und Transporte tätig. Im vergangenen Jahr gab es mehr als 450 Einsätze, darunter waren 80 Fernumzüge. Über 150 000 Kilometer wurden dabei zurückgelegt. Von den 700 Anfragen konnten 60 Prozent realisiert werden. Das Wachstum des Suchthilfe-Betriebes beträgt rund zehn Prozent pro Jahr. Sander erhofft sich für die Frankfurter Dependance, dass bald der gleiche Jahresumsatz wie in Fleckenbühl erwirtschaftet werden kann.

Sander erarbeitete mit seinem Team seit 2003 Regeln und Ziele für die Prozessabläufe. Graichen beschrieb diese Ziele als «präzise und messbar». Zu Verbesserungsvorschlägen äußerte sich Sander frohen Mutes: «Das ist auf dem Weg.» Bei der Prüfung wurden die gesamten Vorgänge anhand mehrerer Angebote und Aufträge begutachtet. Frank Graichen begleitete die Umzüge einen Tag lang und prüfte vom Erstkontakt über Kundengespräche und Kostenvoranschläge bis hin zu Planung und Durchführung den kompletten Prozess. Dabei erkundigte er sich auch darüber, wie Reklamationen erfasst werden und ob es Befragungen bezüglich der Kundenzufriedenheit gibt.

T-Systems ist seit 2004 einer der größten gewerblichen Kunden. Der Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. «Sie wollen immer, dass alles richtig flutscht», so Graichen zu Sander. «Dadurch sind sie sehr erfolgreich im Managementsystem, und das haben sie sich erarbeitet.» Eine solch gute Organisation sei nicht unbedingt normal im sozialen Bereich.

Ronald Meyer, Geschäftsführer der Suchthilfe und «Initiator der Zertifizierungsorgie», wie er sie selbst nennt, legt den Schwerpunkt auf die Ausbildung in gut funktionierenden Betrieben: «Uns geht es nicht um das Zertifikat. Wir wollen unsere Arbeit hinterfragen und unseren Mitarbeitern Chancen für einen späteren Arbeitsplatz bieten.» Die Vermittlungsquote der ehemaligen Drogensüchtigen liege bei 90 Prozent, so Meyer. Graichen lobte: «Damit spielen sie in der Champions League des Arbeitsmarktes.»

Hermann Schleicher, Hausleiter in Fleckenbühl, ist neben dem Leiter des Frankfurter Fleckenbühl-Hauses, Rolf Sterk, einer der drei Qualitätsmanagementbeauftragten. «Das Zertifikat ist eine tolle Sache», freut sich Schleicher. Und laut Graichen habe er auch allen Grund zur Freude: «Sie können richtig stolz auf das schöne Teil sein.»

Die neue Auszeichnung ist bis 2009 gültig. Die DQS wird den verschiedenen Abteilungen auch künftig Überraschungsbesuche abstatten. Für 2007 ist eine Erweiterung der Zertifizierung um die Jugendhilfe Haus Leimbach geplant. (fnv)

Erik Sander gibt Auskünfte zum Umzugsbetrieb unter der Rufnummer (0 64 27) 9 22 1-153. Infos zur Suchthilfe Fleckenbühl-Frankfurt, Kelsterbacher Straße 14, gibt es unter Telefon 94 94 49-0 bzw. www.suchthilfe.org


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Autorin: Verena Schüller
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