Fleckenbühler Landprodukte in Niederrad

15.12.2003 - "Frankfurter Allgemeine Zeitung"

Unser Naturkostladen in Frankfurt
Neuer Laden an der Schwarzwaldstraße mit Käse und Wurst aus eigener Herstellung

Mit dem neuen Naturkostladen in Niederrad hat die Suchthilfe Fleckenbühl offenbar eine Marktlücke geschlossen. Gleich nach der Eröffnung des Geschäfts an der Schwarzwaldstraße 1 vergangenen Freitag standen die Kunden Schlange vor der Theke mit Käse und Wurst aus eigener Herstellung. Auf dem Hof der Suchthilfe Fleckenbühl bei Marburg werden seit langem Wurstprodukte selbst hergestellt, ohne dabei Farb- und Konservierungsstoffe zu verwenden. Von der köstlichen Mettwurst über die gut gewürzte Mortadella bis zum Schweinebrät ist die Palette jetzt auch in Frankfurt zu haben.

Fester Bestandteil der Fleckenbühler Landprodukte ist auch das vielseitige Käsesortiment, das die verschiedensten Schnitt-, Hart-, Ziegen- und Weichkäse bietet. Das Angebot reicht vom Basilikumkäse, herb aromatisch über den würzigen Bärlauchkäse bis zu dem mit Peperoni zubereiteten Feuerkäse. Die Hofkäserei wurde übrigens schon von der Zeitschrift
"Feinschmecker" ausgezeichnet.

Monica Ciampi, verantwortlich für den Verkauf in dem Laden, berät beim Einkauf, beschreibt Geschmacksrichtungen von Wurst und Käse, selbstgebackenem Brot und Kuchen. Anstelle von Industriezucker werden für die Backwaren Honig und Rohrzucker verwendet, was dem Geschmack von Mohn-, Käse- und Marmorkuchen freilich nicht schadet. Um Ware, Verkauf und Dekoration in dem Laden kümmern sich Bewohner des um die Ecke gelegenen Bamberger Hofs, für den diese Zeitung ihre Leser um Spenden bittet. Die Abhängigen, die dort vom ersten Tag an abstinent leben, haben somit eine weitere wichtige Aufgabe übernommen. Denn zum Konzept der Fleckenbühler gehört auch, daß sich die Süchtigen für die Gesellschaft nützlich machen, statt dieser auf der Tasche zu liegen.

In dem Geschäft der ehemaligen Bäckerei Köhler ist neben vielen anderen Lebensmitteln, darunter vegetarischem Brotaufstrich sowie Gemüse und Obst aus kontrolliert biologischem Anbau, auch weniger Vergängliches zu haben. Denn aus der Töpferei auf dem Hof bei Marburg haben die Süchtigen, die in der neuen Dependance in Frankfurt leben, eine schöne Auswahl an selbstgefertigten Vasen und Krügen, Tassen und Tellern, Teekannen mit passendem Stövchen mitgebracht.

An Passanten, die kurz einen Kaffee trinken und dazu vielleicht einen schwäbischen Apfelkuchen essen möchten, ist auch gedacht. In dem Laden, der montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr und samstags von 7.30 bis 13 Uhr geöffnet ist, wurde nämlich auch ein Stehcafé eingerichtet. rig.

INFOS ZUM ARTIKEL
Autorin: Brigitte Roth
© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
LINKS ZUM ARTIKEL
Übersicht
F.A.Z. - Archiv
Unsere Läden
Frankfurter Allgemeine Zeitung
25.03.08 | Eine Lehre im geschützten Raum der Drogenhilfe
Vielen Schülern ist Mathematik ein Greuel. Sebastian Köhler dagegen kann gar nicht genug von Aufgaben wie dieser bekommen: In drei Stunden legt ein Fahrzeug bei konstanter Geschwindigkeit 240...
mehr...
Frankfurter Allgemeine Zeitung
28.11.07 | "Geld her oder ich schlitz dich auf"
Jugendhilfe Leimbach bei Willingshausen: Training für ein Leben jenseits von Drogen und Kriminalität.

In Leimbach sollen sich die schwererziehbaren Jugendlichen an einen geregelten Tagesablauf mit...
mehr...
Fleckenbühler Umzüge

zurück nach oben Druckversion Bookmark setzen